Am letzten Samstag traten bei kühlen Temperaturen 143 Schwinger in Sursee zum Wettkampf an. Das Teilnehmerfeld versprach einen interessanten Wettkampfverlauf. Zwölf Schwinger vom Schwingklub Rottal nutzten die ideale Gelegenheit um ihre Frühform zu testen.
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Warm anziehen mussten sich nicht nur die Schwinger, sondern auch die 700 angereisten Zuschauer. Die angriffige Schwingweise der Athleten beim Anschwingen erwärmte jedoch die Zuschauerherzen rasant und machte Lust auf mehr. Die besten Gästeschwinger wurden grösstenteils im ersten Gang in Schach gehalten. Einzig der Schwyzer Adrian Steinauer konnte seinen ersten Gang gewinnen und legte anschliessend mit vier weiteren Siegen den Grundstein für den Schlussgang. Steinauer besiegte unter anderem den verteidigungsstarken Werner Suppiger und die zwei Luzerner Eidgenossen Erich Fankhauser und Hansjörg Gloggner. Trotz Vorsprung konnte er sich seines Sieges nicht sicher sein, da im Schlussgang kein geringerer als der Luzerner Kantonalfestsieger von 2013, Sven Schurtenberger auf ihn wartete.
Schurtenberger in bestechender Frühform
Der kräftige Rottaler knöpfte zum Saisonauftakt nahtlos an die starken Leistungen der vergangenen Saison an, als er die Schwingszene mit Siegen gegen Unspunnensieger Daniel Bösch und Kilchbergsieger Christian Stucki auf den Kopf stellte. Im Anschwingen bezwang er überzeugend die beiden Gästeschwinger Remo Betschart und Stefan Gasser. Anschliessen bezwang er die beiden Teilverbanskranzer Rene Suppiger und Michael Müller. Mit einem guten Gefühl stieg er im fünften Gang gegen den starken Entlebucher Eidgenossen Erich Fankhauser in den Ring. Fankhauser, seines Zeichens Luzerner Kantonal- und Südwestschweizer Teilverbandsfestsieger der letzten Saison, konnte sich ebenfalls noch Chancen auf den Schlussgang ausrechnen. Obwohl Sven wusste, dass ihm ein gestellter Gang für die Schlussgangqualifikation reichen würde, setzte er Fankhauser von Anfang an unter Druck. Bevor das packende Duell gestellt endete, war Sven dem Sieg sehr nahe. Da Sven im Schlussgang wegen dem Punkterückstand nur ein gültiges Resultat zum Festsieg reichte, wich er nicht von seiner angriffigen Schwingweise ab. Bereits nach dem dritten Zusammengreifen beförderte Sven seinen Widersacher Adrian Steinauer mit Kniestich resolut auf den Rücken und durfte sich als verdienter Festsieger feiern lassen.
Sechs Auszeichnungen für Rottaler
Neben Sven Schurtenberger klassierten sich auch Hansjörg Gloggner und Roger Bürli weit vorne im Klassement. Hansjörg belegte mit vier Siegen, einem gestelltem und einem verlorenem Gang den vierten Rang. Die einzige Niederlage handelte er sich im Kampf um die Schlussgangqualifikation gegen Adrian Steinauer ein. Roger blieb gar unbesiegt, holte sich vier Siege, stellte zweimal und wurde guter Fünfter. Ohne Niederlage blieben auch Philipp Gloggner als Siebter und Stefan Stöckli als Achter. Beide bezwangen drei Gegner und mussten dreimal die Punkte teilen. Armin Muff wurde elfter und konnte ebenfalls die Auszeichnung entgegennehmen.
Zwei Kranzschwinger vom Schwingklub Rottal mussten den Wettkampf verletzt aufgeben. Reto Gloggner schied nach drei Gängen mit einer Fussverletzung aus. Bereits nach zwei Kämpfen war der Wettkampf für Adrian Widmer zu Ende. Er verletzte sich am Knie.
Hallenschwinget Thörigen
Drei Schwinger aus dem Rottal bestritten am letzten Wochenende gleich zwei Schwingfeste. Nach dem Frühjahrsschwinget in Sursee am Samstag bestritten Hansjörg Gloggner, Philipp Gloggner und Roger Bürli am Sonntag bereits einen weiteren Wettkampf. Der Schwingklub Rottal wurde als Gastklub zum Hallenschwinget in Thörigen eingeladen.
Hansjörg Gloggner qualifizierte sich trotz zähem Start und zwei gestellten Gängen für den Schlussgang. Dort stand ihm Remo Käser, der Sohn von Adrian Käser, Schwingerkönig 1989, gegenüber. Hansjörg unterlag seinem Kontrahenten nach sechs Minuten und fiel auf den fünften Rang zurück. Ebenfalls im fünften Rang klassierte sich Philipp Gloggner. Auch er musste zum Start zwei gestellte Gänge hinnehmen und gewann anschliessend zwei Gänge. Im fünften Gang verpasste er durch die Niederlage gegen Remo Käser den Schlussgang, konnte jedoch durch den Sieg in seinem sechsten Kampf wieder Punkte aufholen. Einen starken Wettkampf lieferte wiederum das hoffnungsvolle Rottaler Talent Roger Bürli ab. Mit vier Siegen, einem gestellten und einem verlorenen Gang belegte er den sehr verdienten dritten Schlussrang. Verdient, weil dem 19-Jährigen das Husarenstück gelang, dem amtierenden Schwingerkönig Matthias Sempach völlig unerschrocken einen Gestellten abzuringen.