Zum ersten Mal fand am vergangenen Samstag das Tessiner Kant. Schwingfest in Cadenazzo statt. Vom Schwingklub Rottal konnten acht Schwinger am Wettkampf teilnehmen. Sven Schurtenberger nutzte die Gunst der Stunde und holte sich verdient den Festsieg. Der junge Leon Riebli feierte derweil nach einer starken Leistung den ersten Kranzgewinn seiner Karriere.
200 Schwinger vom Innerschweizer Schwingerverband traten bei schönem aber windigem Wetter in der «Sonnenstube» der Schweiz zum Wettkampf an. In Cadenazzo richtete das Organisationskomitee eine würdige Arena für die 3’200 Zuschauer und die motivierten Schwinger her. Nach den Absagen des frischgebackenen Schwingerkönigs Joel Wicki und des starken Zuger Eidgenossen Pirmin Reichmuth nahmen zehn Eidgenossen den Wettkampf beim ersten Tessiner Kant. Schwingfest in Angriff. Zu den meistgenannten Favoriten auf den Festsieg zählte sicherlich auch der Rottaler Eidgenosse Sven Schurtenberger, welcher unterer anderem von Christian Schuler, Marcel Bieri, Erich Fankhauser und Reto Nötzli im Kampf um den Tagessieg herausgefordert wurde.
Für gute Stimmung unter den Festbesuchern sorgte vor allem der herzliche Empfang der Tessiner Organisatoren und Helfer bereits frühmorgens und die schöne Unterhaltung der verschiedenen Chöre und Kapellen. Der gewöhnte Schwingfestbesucher erlebte ein etwas anderes, spezielles Fest, was aber zu einer super Stimmung und entspannter Atmosphäre beitrug.
Sven Schurtenberger nicht zu stoppen
Der Buttisholzer Eidgenosse Sven Schurtenberger drückte dem Fest im Süden der Schweiz eindrücklich seinen Stempel auf. Bereits im ersten Gang gegen den Mitfavoriten Christian Schuler stellte er die Weichen für den späteren Festsieg. Den Schwyzer Eidgenossen bodigte er im Bodenkampf auf souveräne Art und Weise. Im zweiten Gang trotzte dann der verteidigungsstarke Schwyzer Teilverbandskranzer Marco Ulrich dem Rottaler einen Gestellten ab. Mit zwei Maximalnoten gegen Ueli Wiget und Roland Reichmuth im dritten und vierten Gang setzte sich Sven aber wieder an die Ranglistenspitze. Im Kampf um den Einzug in den Schlussgang wurde ihm der Obwaldner Neueidgenosse Jonas Burch zugeteilt. Mit seiner grossen Routine und Abgeklärtheit löste Sven diese Aufgabe aber sehr souverän und holte sich bereits seine vierte Maximalnote an diesem Tag.
Wie bereits am Allweg-Schwinget vor Wochenfrist kristallisierte sich der Schwyzer Dario Gwerder als seinen Schlussgangwidersacher heraus. Gwerder verdiente sich die Schlussgangqualifikation unter anderem mit dem Sieg über den Entlebucher Eidgenossen Erich Fankhauser im vierten Gang. Wie bereits bei seinem Sieg am Allweg-Schwinget liess Sven Schurtenberger seinem Gegner auch in Cadenazzo keine Chance und siegte nach etwas mehr als drei Minuten mit Kreuzgriff. Mit diesem Schlussgangerfolg konnte sich Sven als erster Tessiner Kantonalfestsieger feiern lassen. Es war bereits der neunte Kranzfestsieg seiner eindrücklichen Karriere und gleichzeitig der zehnte Kranzgewinn in dieser Saison.
Erster Kranzgewinn für Leon Riebli
Eine Topleistung konnte der bald 19-jährige, in Neuenkirch wohnhafte, Leon Riebli in Cadenazzo abrufen. Die Rottaler Nachwuchshoffnung überzeugte mit seinem vielseitigen Schwingrepertoire bereits im Anschwingen. Im ersten und zweiten Gang bodigte er die zwei Nichtkranzer Ivan Staub und Clemens Spichtig sehr souverän. Gegen den Zuger Teilverbandskranzer Christian Bucher setzte es dann für den Rottaler im dritten Gang eine Niederlage ab, gefolgt von einem Gestellten im vierten Gang gegen den Kranzschwinger Michael Ulrich. Trotz den resultatmässigen Rückschlägen in diesen zwei Duellen liess sich Leon nicht entmutigen, zeigte er doch in beiden Duellen eine ansprechende Leistung. Im Ausstich konnte er dann seine tollen schwingerischen Fähigkeiten wieder in Siege ummünzen und bodigte erst den Kranzschwinger Lukas Heinzer und anschliessend Roger Betschart. Mit 56.75 Punkten konnte er sich somit erstmals den Kranz im fünften Rang von den Ehrendamen aufsetzen lassen. Am Abend bei der Ankunft im Hotel wurde er von den anderen Gästen gebührend empfangen und es wurde noch bis in die Morgenstunden ausgiebig gefeiert.
Text: Daniel Widmer. Bilder: Tobias Meyer


