Sven Schurtenberger ist Kantonalfestieger

Geschrieben von Daniel Widmer

Am vergangenen Sonntag wurde das Luzerner Kantonale Schwingfest in Escholzmatt durchgeführt. Der Rottaler Sven Schurtenberger konnte sich vor 4200 Zuschauern als verdienter Festsieger feiern lassen. Insgesamt erkämpften sich sechs Schwinger vom Schwingklub Rottal den Kranz.

Der Entlebucher Schwingerverband organisierte am letzten Sonntag den Verbandsanlass der Luzerner Schwinger. Trotz den schlechten Wetterprognosen traten 209 Athleten motiviert zum Wettkampf an. Das schön hergerichtete Festgelände wurde von grossen Wasserlachen besetzt, so dass die Organisatoren während des ganzen Tages stark gefordert waren. Die in Scharen angereisten Zuschauer waren bereits beim Parkieren ihrer Fahrzeuge auf gute Fahrkünste angewiesen. Die Spannung war den Schwingern vor dem Wettkampf anzumerken, schliesslich ging es um das begehrte Eichenlaub und somit um eine weitere Hürde zur Qualifikation für das Eidgenössische Schwingfest in Estavayer. Die Luzerner Elite um Philipp Gloggner, Sven Schurtenberger, Erich Fankhauser und Joel Wicki wurden von starken Gästeschwingern herausgefordert. Die Eidgenossen Christian Schuler, Marcel Mathis, Thomas Zaugg und der Urner Kantonalfestsieger Lutz Scheuber galten als die grössten Widersacher. Während Zaugg nach zwei und Mathis nach drei Gängen bereits ihre Ambitionen auf den Tagessieg begraben mussten, fiel Scheuber im vierten Gang endgültig aus der Entscheidung. Einzig der diesjährige Sieger vom Zuger Kantonalfest, Christian Schuler, vermochte den Luzernen mächtig einzuheizen. Mit einem Blitzsieg zum Start gegen Erich Fankhauser untermauerte er seine Favoritenrolle eindrücklich. Im zweiten Gang wurde ihm der Rottaler Teilverbandskranzer Stefan Stöckli zugeteilt. Lange biss sich Schuler an Stöckli die Zähne aus, ehe er doch noch zum Sieg kam. Im dritten Gang schrammte Schuler gegen René Suppiger haarscharf an einer Niederlage vorbei, konnte diesen anschliessend aber bezwingen. Nach dem Sieg im vierten Gang gegen Damian Egli wurde ihm der Luzerner Kantonalfestsieger 2013, Sven Schurtenberger vom Schwingklub Rottal, zugeteilt. Schurtenberger, bekannt als Favoritenschreck, erwies sich in diesem Duell einmal mehr als grosse Stütze des Luzerner Verbandes. Unerschrocken schritt er gegen den Schwyzer Gast zur Tat und legte ihn bereits nach kurzer Gangdauer wuchtig ins Sägemehl. Nach dem Startunentschieden gegen Marcel Mathis gewann Sven der Reihe nach gegen Roger Koch, Marco Schmidiger und Christian Bieri. Der Sieg gegen Schuler im fünften Gang bedeutete somit gleichzeitig die verdiente Schlussgangqualifikation. Dort wäre die Möglichkeit auf ein Duell mit einem Klubkollegen gross gewesen, denn mit Stefan Stöckli und Philipp Gloggner kämpften zwei weitere Rottaler um den Einzug in den Schlussgang. Während Stefan leider gegen René Suppiger verlor, musste Philipp dem Wiggertaler Philipp Scheidegger einen Gestellten zugestehen. Durch den Sieg gegen Stefan Stöckli kristallisierte sich René Suppiger als überraschender Schlussganggegner von Sven Schurtenberger heraus. Sven war von seinem Kontrahenten gewarnt, da er ihn letztes Jahr beim Kantonalfest in Inwil noch verlor. Trotzdem stieg er als Favorit in den Ring, gestärkt von absoluten Topresultaten in der letzten und in dieser Saison. Dem Publikum wurde dann auch gleich ein Angriffsspektakel geboten. René’s Versuche mit Übersprung und innerem Haken zum Erfolg zu kommen, konterte Sven jeweils umgehend mit starken Kurzzügen. Ein solch explosiver Kurzzug führte auch bereits nach 1 Minute und 37 Sekunden zum vielumjubelten Sieg. Unter tosendem Applaus der wetterfesten Zuschauer konnte der Mann des Tages den Stier „Schybi“ in Empfang nehmen.

Sechs Kränze für Rottaler
Neben Sven erkämpften sich fünf weitere Schwinger vom Schwingklub Rottal den Kranz. Philipp Gloggner klassierte sich im vierten Rang. Er stellte im Anschwingen gegen den Berner Eidgenossen Thomas Zaugg und bezwang anschliessend die nächsten drei Gegner. Nach dem gestellten fünften Gang und der verpassten Schlussgangqualifikation besiegte er im sechsten Gang Fritz Ramseier. Stefan Stöckli erreichte den starken fünften Rang. Zu Beginn legte er Thomas Schenk auf den Rücken, ehe er dem Favoriten Christian Schuler unterlag. Nach zwei überzeugenden Siegen im dritten und vierten Gang verlor er gegen René Suppiger. Mit dem abschliessenden Erfolg gegen Pius Stadelmann sicherte er sich ebenfalls verdient das Eichenlaub. Im siebten Rang reihte sich Armin Muff unter die Kranzgewinner. Nach der Auftaktniederlage gegen Florian Hasler fand er den Tritt und besiegte seine Gegner im zweiten und dritten Gang. Gegen den Berner Gast Christian Gerber musste er dann eine weitere Niederlage einstecken, sicherte sich den Kranz aber durch zwei Vollerfolge zum Abschluss. Mit drei Siegen, zwei Niederlagen und einem Gestellten konnte sich Reto Gloggner ebenfalls krönen lassen. Er klassierte sich im neunten Schlussrang.

Neukranzer Roger Bürli
Ein Rottaler durfte sich in Escholzmatt erstmals den Kranz aufsetzen lassen. Roger Bürli stieg mit hohen Erwartungen in den Wettkampf. Mit diversen starken Platzierungen an Rangschwingfesten konnte das Talent schon länger auf sich aufmerksam machen. Nun hielt er dem Druck stand und zeigte einen soliden Wettkampf. Die ersten beiden Gegner konnte Roger resolut bezwingen und stellte im dritten Gang gegen den Teilverbandskranzer Florian Hasler. Zur Halbzeit war somit der Grundstein für den Kranzgewinn gelegt. Im vierten Gang wurde ihm der verteidigungsstarke Kranzer Ivan Rohrer zugeteilt, mit welchem er die Punkte teilen musste. Mit zwei Siegen im Ausstich wurde der erste Kranzgewinn für den ehrgeizigen Menzberger Tatsache.