Philipp Gloggner siegt erstmals beim Heimfest

Geschrieben von Daniel Widmer

Nach zweijährigem Unterbruch fand am Pfingstmontag das Rottal-Schwinget wieder in Ruswil statt. Die Rottaler vermochten bei ihrem Heimfest vollends zu überzeugen. Mit Philipp Gloggner und Adrian Widmer schafften es so auch gleich zwei heimische Klubkollegen in den Schlussgang. Philipp siegte und konnte sich erstmals in die Siegerliste des Traditionsanlasses eintragen lassen.

Das neu zusammengestellte Organisationskomitee setzte nach dem Nachwuchsschwinget am Samstag auch am Pfingstmontag alle Hebel in Bewegung um den Festbesuchern in Ruswil eine würdige Atmosphäre auf dem neu gestalteten Festplatz zu bieten. Im Nachhinein kann man sagen, dass dieses Unterfangen geglückt ist. Einzige Wermutstropfen waren, dass das Wetter nicht ganz mitspielen wollte und der prestigeträchtige Stoos-Schwinget am selben Datum über die Bühne ging.

Rottaler dominieren die Konkurrenz

Die Zuschauer erfreuten sich trotz des regnerischen Wetters immer wieder ob der starken Leistung ihrer Rottaler-Schwinger. Bereits nach vier Gängen war klar, dass der Sieg bei der Sporthalle Wolfsmatt über einen Vertreter des Schwingklubs Rottal führen wird. In den ersten sieben Ränge waren gleich acht Rottaler vertreten und die stärksten Konkurrenten bereits entscheidend zurückgebunden. Es führte der Eidgenosse Philipp Gloggner mit vier Siegen, gefolgt von seinen Klubkollgen Damian Stöckli, Armin Muff, Adrian Widmer und Reto Gloggner. Im fünften Gang duellierten sich dann Philipp Gloggner und Damian Stöckli. Die Trainingspartner schenkten sich nichts und versuchten alles um den Gang siegreich zu gestalten. Die unzähligen gemeinsamen Trainingsstunden machten sich aber klar bemerkbar und so wussten die beiden jeweils genau um die Stärken des anderen. Der Gang endete gestellt, was für Philipp mit 48.50 Punkten trotzdem die Schlussgangqualifikation bedeutete. Da Armin Muff eine überraschende Niederlage gegen Reto Schärli einstecken musste, rückte der Ruswiler Adrian Widmer auf den vordersten Rang vor.

Widmer-Gloggner im Schlussgang

Philipp Gloggner startete ausgezeichnet in den Wettkampf. Im ersten Gang besiegte der einzige Eidgenosse im Teilnehmerfeld Urs Doppmann mit der Maximalnote. Im zweiten Gang liess er auch gegen Roger Müller nichts anbrennen. Weitere Siege über Daniel Achermann und Michael Müller brachten Philipp in eine optimale Ausgangslage im Kampf um den Schlussgang. Trotz des Gestellten im klubinternen Kampf gegen Damian Stöckli war ihm die Schlussgangqualifikation nicht mehr zu nehmen.

Dort traf er mit Adrian Widmer wieder auf einen Klubkollegen. Adrian startete seinen Wettkampf mit zwei Maximalnoten ebenfalls stark. Er holte sich gegen die beiden Kranzschwinger Silvio Wyrsch und Fabian Zgraggen jeweils die Maximalnote. Im dritten Gang musste er dann eine Punkteteilung gegen David Wicki hinnehmen. Der vierte Gang gegen André Muff sollte sich in der Folge für Adrian als Schlüsselgang erweisen. In einem packenden Gang glaubte er bis zum Schluss an den Sieg und realisierte diesen dann kurz vor Ablauf der Wettkampfzeit. Beflügelt von diesem Gang liess er auch gegen Christian Huser nichts anbrennen und sicherte sich die Schlussgangqualifikation mit 48.75 Punkten.

Im Schlussgang versuchte dann Philipp von Anfang an das Zepter in die Hand zu nehmen. Jedoch vermochte Adrian dem Eidgenossen Paroli zu bieten. Im Anschluss versuchte dann auch Adrian seine Siegchance zu nutzen und setzte zu einem Kreuzgriff an. Diesen Versuch konterte Philipp geschickt und kam nach 3:45 Minuten zum verdienten Festsieg. Als Siegerpreis wurde ihm im Anschluss das Braunvieh-Rind „Dubina“ übergeben. Gespendet wurde das Rind von der Vogel Design AG in Ruswil.

Adrian Widmer reihte sich nach der Schlussgangniederlage auf dem starken dritten Rang ein.

Reto Gloggner und Stöckli stark

Hinter seinem Bruder Philipp reihte sich im Klassement gleich sein Bruder Reto ein. Reto teilte einzig mit André Muff die Punkte und bodigte die weiteren fünf Gegner souverän. Mit 58.25 Punkten und dem resultierenden zweiten Rang durfte er den zweiten Lebendpreis, Freiberger-Hengstfohlen „Hydalgo“, in Empfang nehmen. Gespendet wurde das schöne Fohlen von Richard Felber, Felber Zeltvermietung in Sigigen.

Ebenfalls einen grandiosen Wettkampf vermochte Damian Stöckli zu zeigen. Damian bodigte seine ersten vier Gegner eindrucksvoll und liess dabei seine Klasse mehrmals aufblitzen. Für die Schlussgangqualifikation fehlten ihm nach dem Gestellten gegen Philipp Gloggner einzig die Maximalnoten. Mit dem abschliessenden Sieg gegen Peter Gerber sicherte er sich aber gemeinsam mit Adrian Widmer den dritten Schlussrang.

Weitere Rottaler-Auszeichnungen

Für den Langzeitverletzten Roger Bürli verlief der Wettkampf in Ruswil ebenfalls optimal. Nebst zwei gestellten Gängen bodigte er vier Gegner souverän. Schlussrang Fünf mit 57.00 Punkten zeigten ihm einmal mehr auf, dass er während der Verletzungspause wenig verlernt hat. Unbesiegt blieb auch Ueli Zürcher an diesem Tag. Er hatte es aber oftmals mit sehr defensiv eingestellten Gegnern zu tun und musste drei Gestellte hinnehmen. Die weiteren drei Gegner besiegte er jeweils relativ schnell, was ihn im Schlussklassement den guten siebten Rang einbrachte. Einen Rang dahinter klassierte sich mit Roman Wandeler ein weiteres Nachwuchstalent des Schwingklubs Rottal. Roman vermochte mit explosiven Zügen vier Gegner zu bezwingen und musste lediglich zwei Niederlagen hinnehmen.

Ebenfalls im achten Rang klassiert waren die beiden Rottaler-Hoffnungsträger Samuel Schwyzer und David Wüest, welche beide drei Siege vorweisen konnten. Lange sah es auch für Routinier Armin Muff gut aus. Nach drei Maximalnoten und einem Gestellten schwang er im fünften Gang um die Schlussgangqualifikation. Dort musste Armin dann leider eine empfindliche Niederlage einstecken. Im sechsten Gang hatte er dann aber trotzdem die Chance sich eine Spitzenklassierung zu sichern. Im entscheidenden sechsten Gang fand er dann aber das passende Rezept nicht und musste eine Punkteteilung hinnehmen, was ihn auf den achten Rang zurückband.

Ganz erfreulich aus Rottaler-Sicht waren auch die Leistungen der beiden jungen Athleten Nick Häller und Matthias Egli. Nick drückte nach mässigem Start im Ausstich aufs Gas und ergatterte sich mit zwei Siegen im fünften und sechsten Gang noch den elften Schlussrang. Für Matthias lief der Wettkampf genau andersrum. Mit drei Siegen nach vier Gängen hatte er sich eine optimale Ausgangslage geschaffen. Eine noch bessere Klassierung als der 13. Rang verpasste er durch eine Niederlage und einen Gestellten im Ausstich.

Schurtenberger im Stoos-Schlussgang

Sven Schurtenberger startete am Pfingsmontag am Bergkranzfest auf dem Stoos. Mit drei Siegen gegen die starken Gegner Niklaus Zenger, Marcel Bieri und Reto Nötzli startete Sven einmal mehr glänzend in den Tag. Nach der Mittagspause musste er dann eine Niederlage gegen das Nordwestschweizer Aushängeschild Nick Alpiger einstecken. Mit einem weiteren Sieg gegen den Berner Patrick Schenk schaffte er dennoch verdientermassen die Schlussgangqualifikation. Dort stand ihm einmal mehr der Sörenberger Joel Wicki gegenüber. Wicki dominierte das Tagesgeschehen zuvor mit fünf Siegen eindrucksvoll. Im Schlussgang ging es dann zwischen den beiden Luzerner-Aushängeschilder sofort zur Sache. Bereits in der ersten Minute zog Sven nach einer Kurz-Gammen-Kombination den Kürzeren. Mit dem starken Notenblatt und dem vierten Schlussrang zeigte er aber einmal mehr seine Stärke und lässt die Rottaler für das Eidgenössische in Zug hoffen.