Fünf Auszeichnungen für die Rottaler

Geschrieben von Daniel Widmer

Auch über die Ostertage wurde in der Innerschweiz geschwungen. Der Schwingklub Rottal erhielt vom Schwingerverband am Mythen am Ostermontag Gastrecht beim alljährlichen Frühjahrsschwinget in Ibach. Fünf Auszeichnungen konnten von den Rottalern erkämpft werden. Der einheimische Eidgenosse Mike Müllestein zeigte sich in herausragender Form, liess der Konkurrenz das Nachsehen und holte sich verdient den Tagessieg.

Bei tollen äusseren Bedingungen nahmen 166 Schwinger aus der ganzen Innerschweiz und dem Berner Gastklub Worblental den Wettkampf in Angriff. Das Teilnehmerfeld in Ibach liess sich einmal mehr sehen. Gleich acht eidgenössische Kranzträger und mehrere starke Teilverbandskranzer kämpften um den Tagessieg. Zu den Topfavoriten zählten mit Philipp Gloggner und dem Vorjahressieger Sven Schurtenberger auch zwei Vertreter des Schwingklubs Rottal.

Von Anfang an drückte der Schwyzer Eidgenosse Mike Müllestein dem Fest den Stempel auf. Er setzte sich im ersten Gang gegen den Berner Eidgenossen und Defensivkünstler Willy Graber durch und verbuchte bis zum Ausstich drei weitere Siege. Einzig gegen die aufstrebende Berner Nachwuchshoffnung, Michael Wiget, im vierten Gang wurde es für den explosiven Kurzspezialisten mehrmals brenzlig. Nach einem intensiven Gang nahm Müllestein dann aber auch diese Hürde. Im Kampf um die Schlussgangteilnahme reichte ihm im fünften Gang ein Remis gegen den stark aufschwingenden Nidwaldner Lutz Scheuber.

Routinier Scheuber bot seinerseits den 1‘000 interessierten Zuschauern feinste Schwingerkost. Ihm gelangen wie Müllestein  gleich vier Siege in Serie und setzte sich so nach dem gestellten Direktduell in der Zwischenrangliste nach fünf Gängen gar um einen Viertelpunkt vor den Schwyzer Eidgenossen.

Im Schlussgang kam es somit zur Neuauflage des fünften Ganges: Mike Müllestein gegen Lutz Scheuber. Im Gegensatz zum ersten Duell der beiden musste in der Endausmarchung  zwingend eine Entscheidung her. Im Falle eines resultatlosen Schlussganges hätten der Berner Michael Wiget und der Rothenthurmer Eidgenosse Christian Schuler den Sieg als lachender Dritter geerbt. Scheuber und Müllestein liessen aber von Anfang an keine Zweifel aufkommen und zeigten sich sehr angriffig. Nach 8:07 Minuten durchbrach Müllestein mit einem herrlichen Kurz die Verteidigung seines Kontrahenten und vervollständigte am Boden souverän zum gültigen Resultat. Nach der letztjährigen Schlussgangniederlage gegen den Rottaler Sven Schurtenberger, setzte er sich in diesem Jahr beim Heimfest an die Ranglistenspitze und konnte sich zur Freude des Publikums als Festsieger feiern lassen.

Schurtenberger Sechster

Nicht richtig auf Touren kam der souveräne Vorjahressieger Sven Schurtenberger. Nach seinem Co-Sieg beim Frühjahrsschwinget in Sursee vor Wochenfrist verlief in Ibach bereits der Start nicht optimal. Im Eidgenossenduell gegen Christian Schuler zog Sven zum Auftakt den Kürzeren. Im zweiten und dritten Gang dann aber machte er mit zwei Maximalnoten gegen Marco Ulrich und Michael Zurfluh Boden gut und schloss wieder zur erweiterten Spitzengruppe auf. Die überraschende Niederlage gegen den späteren Schlussgangteilnehmer, Lutz Scheuber, liess dann aber die Mission Titelverteidigung endgültig platzen. Trotz des Rückschlags rappelte sich Sven auf und bodigte seine zwei Gegner im Ausstich, Carlo Gwerder und Marcel Betschart, souverän. Mit 56.75 Punkten rangierte das in Buttisholz wohnhafte Kraftpaket als bester Rottaler im sechsten Rang.

Muff und Stöckli im geteilten neunten Rang

Einen ausgeglichenen Wettkampf zeigten die beiden Rottaler Armin Muff und Damian Stöckli. Beide klassierten sich mit 56.00 Punkten im neunten Rang. Armin startete mit einem Sieg gegen den defensiv starken Christian Odermatt verheissungsvoll in den Tag und bekam es im zweiten Gang gleich mit dem späteren Festsieger Müllestein zu tun. In diesem Duell blieb er chancenlos, fand im dritten Gang aber gegen Samuel Suter umgehend wieder zum Siegen zurück. Trotz exzellenten Siegchancen im vierten Gang gegen Lukas Reichmuth und einen Gang später gegen Jonas Burch musste Armin zwei Gestellte hinnehmen. Durch eine herrliche Maximalnote im letzten Gang sicherte er sich aber verdientermassen die Auszeichnung.

Unbesiegt beendete Damian Stöckli den Wettkampf. Drei Siege und drei Gestellte zierten das Notenblatt des jungen Rottalers. Nach bereits mehreren starken Auftritten in dieser Saison fehlte Damian in Ibach bei den resultatlosen Gängen die letzte Konsequenz und auch Glück um sich die eigentlich verdienten Siege sichern zu können. Alles in allem war es aber auch für ihn ein gelungenes Fest.

Weitere Auszeichnungen für Gloggner und Zürcher

Einen guten Start in den Wettkampf erwischte der Eidgenosse Philipp Gloggner. Nach dem gestellten Auftakt im Eidgenossenduell gegen Alex Schuler drehte er auf und legte gleich drei Siege in Serie hin. Wie er sich den Sieg im vierten Gang gegen den starken Südwestschweizer Johann Brocard mit einem herrlichen Schlungg in letzter Sekunde holte, war ganz grosse Klasse. Im fünften Gang wurde Philipp durch ein Remis gegen das grosse Schwyzer Talent Michael Gwerder leicht zurückgebunden. Durch einen Sieg im abschliessenden sechsten Gang, wäre dann gar noch ein absoluter Spitzenplatz möglich gewesen. Dort erwischte ihn aber der starke Berner Michael Wiget auf dem falschen Fuss. Durch diese Niederlage fiel Philipp in der Schlussrangliste noch auf den zehnten Rang zurück.

Erfreulicherweise konnte sich auch der junge Ueli Zürcher die Auszeichnung sichern. Ueli startete mit zwei Maximalnoten stark in das Fest. Auch im dritten Gang zeigte er beim Gestellten gegen den gestandenen Teilverbandskranzer Philipp Schuler eine abgeklärte Leistung. In der Folge musste er sich von den beiden Kranzschwingern Michael Gwerder und Roland Bucher bezwingen lassen. So musste Ueli im letzten Gang zwingend einen Sieg landen, falls er die Chance auf einen auszeichnungsberechtigten Rang aufrechterhalten wollte. Dieses Unterfangen gelang ihm souverän und es resultierte der elfte Schlussrang für ihn.

(Titelbild: René Burch)