Drei Kränze für Rottaler-Schwinger

Geschrieben von Daniel Widmer

Eine Woche nach dem Kranzfestauftakt der Innerschweizer stand am vergangenen Sonntag das Urner Kant. Schwingfest auf dem Programm. Mit Sven Schurtenberger, Reto Gloggner und Ueli Zürcher sicherten sich gleich drei Rottaler den begehrten Kranz. Als überlegener Festsieger konnte sich wie bereits in Rotkreuz Pirmin Reichmuth feiern lassen.

Bei nasskaltem Wetter traten in Bürglen 204 Schwinger, darunter 12 Eidgenossen, zum Wettkampf an. Mit Pirmin Reichmuth und Joel Wicki standen auch die zwei meistgenannten Innerschweizer Favoriten auf den Königstitel im kommenden August am Start. Die beiden duellierten sich zur Freude des Publikums auch gleich im ersten Gang. Dabei demonstrierte der grossgewachsene Reichmuth einmal mehr seine bestechende Frühform und bodigte den starken Entlebucher nach einem packenden Kampf. Auch in der Folge konnte dem Zuger-Aushängeschild keiner das Wasser reichen. Der Reihe nach bodigte er den Rottaler Eidgenossen Sven Schurtenberger, Andreas Arnold, Eidgenosse Reto Nötzli und den Urner Stefan Arnold. Durch diese eindrückliche Leistung schaffte sich Reichmuth eine derart gute Ausgangslage, dass die Konkurrenz aufgrund des grossen Rückstandes im sechsten Gang ausschwingen musste.

Reichmuth-Schurtenberger im Schlussgang

Nebst Reichmuth schaffte erfreulicherweise auch der Buttisholzer Sven Schurtenberger nach einer starken Aufholjagd die Schlussgangqualifikation. Nebst der Niederlage gegen Reichmuth im zweiten Gang holte sich Sven fünf Maximalnoten und zeigte einmal mehr, dass er für die Innerschweizer in den letzten Jahren zu einem unverzichtbaren Wert geworden ist. Im Startduell gegen Lokalmatador und Eidgenosse Andi Imhof schaffte Sven nach einem intensiven Kampf den ersten Plattwurf an diesem Tag. Im dritten, vierten und fünften Gang liess er Simon Zimmermann, Fabian Herger und Remo Betschart nicht den Hauch einer Chance und setzte sich als erster Verfolger Reichmuths in der Zwischenrangliste fest.

Im Kampf um die Schlussgangqualifikation kam es zu einem sehr interessanten Gang gegen den technisch versierten Eidgenossen Marcel Mathis. Dieser liess in der Vergangenheit immer wieder mit Siegen gegen die stärksten Schwinger aufhorchen und holte sich unter anderem schon den prestigeträchtigen Sieg am Innerschweizer Schwing- und Älplerfest 2017 in Alpnach. Umso bemerkenswerter, wie Sven diesen Konkurrenten bereits nach kurzer Gangdauer düpierte und sich verdient für den Schlussgang qualifizieren konnte.

Reichmuth hätte im Schlussgang dank der hervorragenden Vorarbeit mit fünf Maximalnoten ein Gestellter gereicht. Sven seinerseits musste unbedingt gewinnen um sich den nach Regelwerk festgelegten Viertelpunkt für den Zusatzgang sichern zu können. An diesem Tag war aber gegen den Zuger Eidgenossen nichts zu holen. Beide Schwinger suchten vehement den Sieg, jedoch hatte Reichmuth die besseren Chancen. Nach sechs Minuten entschied der langzeitverletzte Zuger den packenden Schlussgang für sich und konnte sich bereits den zweiten Kranzfestsieg der laufenden Saison sichern.

Die Schlussgangniederlage schmälert aber die starke Leistung von Sven Schurtenberger keineswegs. Sein ausgezeichnetes Notenblatt und die starke schwingerische Leistung brachten ihm schlussendlich den herausragenden zweiten Rang ein. Einmal mehr ein starkes Ausrufezeichen des kräftigen Rottalers.

Reto Gloggner mit zweitem Saisonkranz

Mit zwei Gestellten startete Reto Gloggner in Bürglen wenig verheissungsvoll in den Wettkampf. Mit seinem Startgegner, Lutz Scheuber, war die Aufgabe aber auch nicht gerade leicht. Im zweiten Gang fehlte gegen Daniel Inderbitzin nur einen Hauch zum Sieg und die Ausgangslage hätte sich für ihn massiv verbessert. Der Routinier liess sich aber vom mässigen Start nicht unterkriegen und fand die passende Antwort gegen Michael Auf der Maur mit einer ersten Maximalnote noch vor der Mittagspause. Auch im vierten Gang besiegte er seinen Konkurrenten Silvan Gisler platt und machte in der Zwischenrangliste einen grossen Sprung nach vorne. Im Ausstich fand er dann aber gegen die Defensive von Raphael Arnold kein passendes Rezept und musste eine weitere Punkteteilung hinnehmen. Aufgrund der Maximalnoten und der allgemein gut bewerteten Gänge des Offensivschwingers konnte sich Reto aber im sechsten Gang weiterhin Chancen auf den Kranz machen. Dazu musste aber ein Sieg gegen Roland Bucher her und falls möglich gleich mit einer weiteren Maximalnote. Diese holte sich der starke Kurzzüger souverän, klassierte sich im Endklassement im hervorragenden siebten Rang, was den Gewinn des zweiten Saisonkranzes bedeutete. Für Reto ist somit die Qualifikation für das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest mehr oder weniger in trockenen Tüchern.

Neukranzer Ueli Zürcher

Für den jungen Buttisholzer Ueli Zürcher erfüllte sich in Bürglen ein Kindheitsraum. Der grossgewachsene Kurzzüger aus der Rottaler-Talentschmiede erkämpfte sich dank einer ausgezeichneten Leistung den ersten Kranz seiner noch jungen Karriere. Mehrmals schrammte Ueli haarscharf in der vergangenen Saison am ersten Gewinn des Eichenlaubs vorbei, machte aber im Wintertraining noch einmal einen Schritt nach vorne. Bereits an den Rangschwingfesten im Frühjahr liess er wieder mit diversen Siegen gegen gestandene Kranzschwinger aufhorchen und konnte eine Toprangierung der anderen Folgen lassen.

In Bürglen startete Ueli im ersten Gang mit einem Sieg und der ersten Maximalnote gegen den Kranzschwinger Andreas Gwerder verheissungsvoll in den Tag. Im zweiten Gang machte er mit einem weiteren Plattwurf gegen Marco Gwerder den optimalen Auftakt perfekt. Vor der Mittagspause setzte es dann für Ueli gegen den starken jungen Zuger Noe van Messel eine Niederlage ab. Im vierten Gang trotzte er dann dem Kranzschwinger Lukas Vonlaufen einen Gestellten ab und hielt sich so weiter im Kampf um die Kranzränge. Im fünften Gang und mit einer weiteren Maximalnote gegen Andreas Herger untermauerte Ueli seine Kranzambitionen. Die Aufgabe dies zu bewerkstelligen, war aber alles andere als leicht. Ihm wurde von der Einteilung der routinierte Schwyzer Teilverbandskranzer Bruno Linggi zugeteilt. Linggi versuchte alles um das Rottaler-Jungtalent auf den Rücken zu legen, schaffte dies aber nicht. Durch eine hervorragende kämpferische Leistung wendete Ueli eine drohende Niederlage mehrmals auszeichnet ab und schaffte dank des resultierenden Gestellten mit einer Punktzahl von 56.25 und Rang Acht den mehr als verdienten ersten Kranzgewinn.